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Herstellung eines Pfeiles

In den folgenden Schritten möchte ich euch einmal zeigen wie ich so einen Pfeil langsam aber sicher baue. Ich benutze dazu in der Regel Kiefernschäfte und je nach Bogen 11/32 oder 5/16 Schäfte. Ich schneide meine Befiederung grundsätzlich selber, weil die handelsüblichen Formen einfach jeder hat und ich eine persönliche Note brauche. Federstanzen gibt es auch immer nur in einer Form und sind von der Anschaffung nicht gerade günstig. Also wer nicht viele Pfeile macht so wie ich, für den ist es sehr unwirtschaftlich. Zum anderen geht das schneiden auch um einiges schneller und man kann die Feder bis auf den letzten Millimeter nutzen.

Als Material braucht ihr:

  • 1 Pfeilschaft
  • Federn in voller Länge
  • Spitze nach Wahl
  • Stück Schnur oder Zwirn ca. 1 m lang

Als Werkzeug braucht ihr:

  • 1 schmales Cuttermesser
  • 1 Rasierklinge
  • 1 Form für die Befiederung
  • 1 Befiederungsgerät
  • 1 UHU endfest 300
  • 1 UHU hart
  • 1 Gummiunterlage

 

Ich wünsche euch nun viel Spaß beim Bauen eurer Pfeile und gebe euch hier nur eine Möglichkeit und Anregung zum bauen. Der ein oder andere Handgriff bedarf ein wenig Übung und sollte eventuell vorher ausprobiert werden, wie zum Beispiel das umwickeln der Nocks und der Befiederung.

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Mit einer handelsüblichen Fliesensäge säge ich zuerst die Nocke in den Schaft, immer quer zu den Jahresringen wegen der Bruch und absplitter Gefahr. Das Sägeblatt hat schon die richtige breite so dass man nicht mehr viel an der Nocke rumbasteln muss. Ich habe auch schon gehört dass manche „maschinellen“ Handwerker für diese Arbeit eine Flex in Anspruch nehmen, das ist aber nicht so mein Ding. Ich habs probiert, es stinkt fürchterlich und man verschneidet sich leicht. 

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Mit einem scharfen Messer, ich benutze ein schmales Cutter dazu, flache ich den Nock ein wenig ab. Das muss nicht sein aber es fasst sich besser an beim schießen.

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Nun beginnt die kleine Feinarbeit. Den Nock glätte ich mit einem kleinen Streifen Sandpapier, feine Körnung. Nicht zuviel dran rum murcheln, nur ein wenig glätten und die Kanten etwas rund machen. Je weniger Holz überbleibt desto anfälliger wird der Nock gegen Bruch oder einreißen.

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Je nachdem wie lang später die Befiederung werden soll, bemale ich den Schaft im Befiederungsbereich. In diesem Fall soll die Befiederung 4 inches lang werden und da gebe ich hinten am Nock 1 ¼ inches und vorne ca. 1 inches dazu. Das heißt also, ich klebe mit Isolierband den Schaft ca. 6 ¼ inches unterhalb des Nocks ab. Das sind natürlich nur Richtlinien für genau diesen Pfeil. Jeder kann und sollte seinem Pfeil eine persönliche Note geben.

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Ich klebe erneut einen teil des Schaftes ab, hier sind es 1 5/16 inches unterhalb der schwarzen Bemalung und verpasse dem Pfeil ein weiteres Detailstück.

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Da ich versuche einen möglichst genauen Nachbau von Tolkiens Pfeilen zu machen, bekommt dieser Schaft auch Ringe im Befiederungsbereich. In diesem Falle sind es fünf Ringe im Abstand von ca. 1 inches. Wie die original Farbe ist weiß ich nicht so genau deshalb hab ich Silber dafür genommen.

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Der Rest des Schaftes wird zweifarbig gebeizt. Ich nehme in diesem Fall Clou Beize gelb und hellrot. Mit der gelben Beize fange ich unterhalb des Befiederungsbereich an und bepinsele so etwa 2/3 des Schaftes, mit der roten Beize streiche ich dann den bereich an der Spitze ein. Beide Beizen müssen im so genannten feucht in feucht Verfahren aufgetragen werden, so wird erreicht das die beiden Beizen ineinander verlaufen. Ich lasse die Beizen kurz antrocknen, so ca. 10 min, dann ziehe ich den gebeizten Bereich ein bis zwei mal durch ein Tuch, was ich in der geschlossenen Hand halte. Dadurch erreiche ich das die Beize einen kaum wahrnehmbaren Übergang von gelb zu rot erzeugt aber das Gelb fast Orange wird.

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Mit einem Konus Anspitzer spitze ich die Pfeilspitze an damit später die Spitze richtig auf dem Schaft aufsitzt. Es geht auch mit einem scharfen Messer aber mit dem Spitzer ist es genauer und auch schneller.

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Zwischen den einzelnen Bemalungen sollte der Schaft immer erst wieder trocknen, so 1 bis 2 Tage jeweils. Nun wird der Pfeil gegen Feuchtigkeit gesichert. Mann kann dazu Klarlack, Parafin, Leinenöl oder auch Zedernöl verwenden. Ich bevorzuge, auch wenn es nicht ganz traditionell ist, Yacht und Bootsklarlack. Er ist sehr widerstandsfähig, elastisch und blättert nicht ab. Dem Bootslack sollte man min. 3 Tage Zeit geben um zu trocknen dann löst er sich nicht mehr auf wenn er mit dem Kleber der Befiederung in Berührung kommt.

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Im nächsten Arbeitsgang wird die Spitze aufgesetzt. Da sich die Original Spitze schlecht auf unsere herkömmlichen Scheiben schießen lässt, setzte ich hier eine Messingspitze in Bulletform auf. Als Kleber benutze ich dazu „UHU plus Endfest 300“ das ist der beste Kleber für Spitzen, den ich kenne. Ich habe bis jetzt noch nie eine Spitze in den Scheiben verloren. Die Spitze muss kräftig aufgedrückt werden damit sie stramm auf dem Schaft aufsitzt. 

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Als Befiederung benutze ich ausschließlich Truthahn oder Gänsefedern. Die kann man fertig kaufen oder wenn man so wie ich, sich nicht mit den handelsüblichen Formen zufrieden gibt, in voller Länge kaufen und selber Schneiden oder Stanzen. Ich bevorzuge hier die Methode, die Federn zu schneiden. Eine Stanze ist mir zu teuer und auch nur begrenzt einsetzbar, diese Form zum Beispiel gibt es nicht zu kaufen. Ich benutze als Unterlage eine Gummimatte, weil darauf die Federn nicht wegrutschen. Zum Schneiden braucht man ein sehr scharfes Messer oder besser eine Rasierklinge. Die Federform habe ich aus einem Stück Alublech ausgeschnitten und die Kanten geglättet. Mit dieser Form klemme ich die Feder auf dem Gummi fest und schneide bündig um die Form herum, fertig.

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Zum Befiedern muss auch hier wieder der Fortschritt helfen, in Form eines Befiederungsgerätes.

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Als Kleber für Federn nehme ich „UHU hart“, er wird schnell fest und hält auch die Feder sicher am Pfeil fest. Die Befiederung setze ich bei jedem Pfeil ca. 1 inches vom Nock entfernt auf den Schaft. Nach ca. 10 min. kann man die Befiederungsklammer abnehmen und sich der nächsten Feder widmen und ansetzen. 

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Zum umwickeln des Nocks und der Befiederung kann man alles mögliche nehmen was stabil und dünn genug ist. Sternzwirn, Dacron, Zahnseide, Angelschnur usw. Ich habe in diesem Fall ein Stück Fastflight genommen. Wenn man etwas anderes nimmt sollte es auf alle fälle gewachst werden, es hält dann besser. Ich beginne die Wicklung am Nock und ziehe den Faden fest um den Schaft (Vorsicht so ein Faden kann scharf werden und in den Finger schneiden). Ich wickle einen Zweiten Faden als Schlaufe mit ein, damit ich später das Ende des einen Fadens unter der Wicklung durchziehen kann und so einen glatten Abschluss ohne Knoten bekomme. Wer über den Handrücken schießt sollte auf alle Fälle auch die Befiederung vorne und hinten mit einwickeln, es schießt sich besser, die Federn halten besser und man hat nicht so viele Federkielreste in der Hand die nur schlecht wieder herrauseitern. Ich mache das grundsätzlich weil, auch wenn man mal durch eine Scheibe durchschießt oder der Pfeil unter der Grasnabe langrutscht, die Befiederung keinen Schaden nimmt.

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So sieht dann nun der fertige Pfeil aus nach ca. 2 Stunden reiner Arbeitszeit und insgesamt ca. 4 bis 5 Tagen Bauzeit, die man sich aber nehmen sollte damit auch das Endergebnis allen Erwartungen gerecht wird. Und wie gesagt dem jeweiligen Aussehen der Pfeile sind keine Grenzen gesetzt und dies ist nur ein Beispiel.

Es grüßt alle traditionellen Schützen

Henning Schrader

 
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